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Mehr als drei Burgen in Felsberg

Mehr als drei Burgen in Felsberg

 

Felsberg nennt sich gern 3-Burgen-Stadt. Gemeint sind die weithin sichtbaren Höhenburgen, Burg Heiligenberg, die Altenburg und über der Kernstadt thronend die Felsburg. Diese Burgen wurden im 13. Jhdt. zur Verteidigung territorialer Interessen errichtet. Die heutige Stadt Felsberg mit ihren 16 Stadtteilen, beherbergte aber noch mehrere Burgen, die leider nicht mehr sichtbar in Erscheinung treten.

So gibt es in Hesserode die Wasserburg, in Wolfershausen und Niedervorschütz gab es auch Burgen deren Standort heute nur noch durch Straßennamen, wie „In der Burg“, bzw. „Burgwiese“ angezeigt wird. Schon der Ortsname „Vorschütz“ weist auf eine Wehranlage hin.

Leider wurde der Wassergraben um die Burg in Hesserode in den Jahren um 1960 beseitigt. Wasserburgen wurden in Talniederungen gebaut und zur besseren Verteidigung mit wassergefüllten Gräben umgeben. Die Burganlagen in Wolfershausen und Niedervorschütz entsprachen wohl auch diesem Typus der Niederungsburgen, die aber schon im Spätmittelalter, um 1500 herum, zerstört und abgetragen wurden, weil sie der neuen Waffentechnik (Kanonen) nicht standhalten konnten.

Des Weiteren gibt es Wehrarchitektur in Form von Kirchenburgen, auch Bauernburgen genannt, die wir in Neuenbrunslar und Gensungen finden. Von den Wehranlagen zeugen noch heute die mächtigen Kirchtürme. Der Kirchturm in Neuenbrunslar soll schon im 13. Jahrhundert als Wehrturm errichtet worden sein.

Nutzung und Ausbau der Gensunger Wehranlagen werden im 14. und 15 Jahrhundert vorgenommen. In Gensungen ist der Wehrturm, später als Glockenturm genutzt, noch gut sichtbar, mit hohen Mauern umgeben deren Schießscharten den ursprünglichen Zweck einer Verteidigungsanlage unterstreichen. Die Hallenkirche wurde 1823 vom Landbaumeister Peter Augener an den Wehrturm angebaut.

Literatur:

Wenzel, E.: Befestigte Kirchhöfe in Hessen. Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte     und Landeskunde, Band 42, 1908

Eisentraut, Gustav: Die Burg Wolfershausen und die Amsel am Lotterberg, Beitrag in: Hessenland, Nr. 5/6 33. Jahrgang 1919

Breiding, Oskar: Die Wasserburg Hesserode, In: Knüll-Gebirgsbote, 2010, H. 4, S. 11


Dieser Beitrag wurde eingestellt von: Elke Lück
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