Archiv Felsberg
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Schafstall, Kirche, Kasino, Synagoge, gibt es da eine Verbindung?

Schaut man sich den ehemaligen Schafstall am Mittelhof, die Gensunger ev. Kirche, das ehemalige Melsunger Kasino (Stadthalle) oder die Felsberger Synagoge an, werden die gleichartigen klassizistisch geprägten, architektonischen Stilelemente augenfällig.

Verbindendes Element ist der Architekt dieser Bauten, der Kurfürstliche Landbaumeister Peter Augener. George Peter Wilhelm Augener stammte aus Kassel und war Soldat im kurfürstlichen Militär. Verheiratet war er seit 1820 mit Louise Caroline Range. Er lebte von 1796 bis 1864. Peter Augener wurde nach seiner Militärzeit im Jahre 1822 Bauingenieur und Landbaumeister im Baudistrikt Rotenburg, zuständig für die Landkreise Melsungen und Rotenburg. Sein Wohnort war Altmorschen.

Die führenden Architekten der Stilepoche des Klassizismus waren Karl Friedrich Schinkel und Gottfried Langhans. Deren stilbildende Entwürfe fanden in der Provinz mit zeitlicher Verzögerung ihre Nachahmer. Hierzu gehörte auch Peter Augener.

Die Klassik bevorzugte klare Strukturen und hatte ihre Vorbilder im Griechisch-Römischen Baustil der Antike. Kantig und rational mit der Beschränkung auf die wesentliche Funktion und die Verwendung örtlich vorkommender Baumaterialien, wie den heimischen Sandstein, sind Kernmerkmale der Bauten des Architekten und Baumeisters Augener.

Wesentliches stilistisches Kennzeichen sind die Rundbogenfenster. Die Saalkirche in Gensungen hat ein einfaches Zeltdach, eine U-förmige Empore und eine Kanzel hinter dem Altartisch. Errichtet 1823. Die gleichen Merkmale finden sich auch in den anderen von ihm gestalteten Bauten.

Auch der Schafstall am Mittelhof, ein längsrechteckiger Steinbau mit innerem Holzgerüst und den Toren an den Schmalseiten, entspricht mit seinen Rundbogenfenstern einem Bautypus der ersten Hälfte des 19. Jhdt.

Beide Gebäude sind seit ihrem Entstehen nahezu unverändert geblieben.

Das Melsunger Kasino wurde in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach umgebaut und mit Anbauten erweitert.

Die Felsberger Synagoge blieb in ihrer äußeren Hülle weitgehend unverändert, erlebte aber im Inneren vielfältige Umbauten und wird nach der derzeitig umfassenden Sanierung, bzw. Neugestaltung, bald wieder ihrer eigentlichen Funktion zugeführt.

 

Heinz Körner

November 2021


Dieser Beitrag wurde eingestellt von: Elke Lück
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