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Plumpsklo und Wasserklosett

Plumpsklo und Wasserkloset

Vor Erfindung des Wasserklosetts (WC) war der Gang zur Toilette ein beschwerliches Geschäft. Das „Stille Örtchen“ in Form eines „Plumpsklos“ lag außerhalb des Wohnhauses.

Erst durch einen Wasseranschluss im Haus mit der Einrichtung eines Klosetts konnte diese Einrichtung abgelöst werden. Noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in fast allen Wohnhäusern Gensungens keine Toilette mit Wasserspülung. Heute sind sie in jedem Wohnhaus, meist mehrfach, vorhanden.

Das Plumpsklo war über viele Jahrhunderte der Standard. Meist stand das Klohäuschen hinter dem Wohnhaus in der Nähe eines Misthaufens oder wurde an den Stallungen platziert.

Umgangssprachliche steht der Begriff „Plumpsklo“ für eine Toilette ohne Wasserspülung (Trockentoilette). Kot samt Urin fielen/plumpsten in einen Kasten oder eine Grube. Dort verblieb die Hinterlassenschaft bis sich die Grube füllte und der Inhalt auf Feldern oder Gärten entsorgt wurde.

Um nicht bei Dunkelheit das Haus verlassen zu müssen standen unter jedem Bett die Nachttöpfe, umgangssprachlich auch „Bullerdippen“ genannt. Des morgens wurden sie über den Misthaufen entleert. In Kleinstädten, so wird berichtet, wurde direkt vom Fenster auf die Gasse entsorgt.

Die Entsorgung über Abwasserkanäle wurde erst mit der großen Kläranlage im Eder-Feld aufgenommen (1980). Bis dahin musste jedes Haus eine Klärgrube auf eigenem Grund haben.

 

Quelle: Das alte Gensungen – Häuser erzählen Geschichte – Rolf Fröhlich/Heinz Körner


Dieser Beitrag wurde eingestellt von: Elke Lück
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