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Wasserversorgung in Gensungen

Wasserversorgung in Gensungen

Brunnen

Entlang des Sunderbaches standen sogenannte Wasserstöcke (Brunnen), die um 1880 zur Versorgung der Bevölkerung errichtet wurden. Diese Wasserstöcke wurden in der Gensunger Mundart als „Burren“, eine lautsprachliche Mischung des Hochdeutschen Brunnen mit dem alten Wort Born für eine Wasserquelle, bezeichnet. Links neben der Haustür des Hauses 10 in der Mittelgasse (Grebengasse) und in der Nähe des Hauses 12 standen solche Wasserstöcke. Brunnen gab es noch beim Landwirt Werner, dem Haus Nr. 56 (Huneus/Metz), dem Haus 73 (heute Apotheke) und Hilgenberg. Die meisten Bauernhöfe hatten eigene Brunnen um die Wasserversorgung des Viehs sicherzustellen. Heute besteht keiner dieser Brunnen mehr.

Die noch vorhandenen Brunnentröge sollten auf Antrag von Bürgermeister Meyfarth um 1900 entfernt werden.

 

Wasserleitungen

Noch zur Amtszeit (1888 – 1895) von Bürgermeister Johann Heinrich Clobes wurden die ersten Wasserleitungen im Bereich der ehemaligen Schulstraße (heute Eppenbergstraße) um 1888 verlegt.

Eine zentrale Wasserversorgung mit Quellfassung und Hochbehälter wurde dann ab 1900 geschaffen und so allmählich die alten Brunnen/Wasserstöcke stillgelegt. [1]

In der Zeit von 1900 bis 1909 wurden hauptsächlich in den Straßen im Kern von Gensungen die Leitungen verlegt und die Häuser mit einem Wasseranschluss versorgt.                                                                        
 

Die Molkerei Prinz konnte 1902 aus der Wasserleitung für jährlich 140 Mark Wasser entnehmen. Bei Wasserknappheit war aber die Entnahme auf 10 m³ pro Tag begrenzt. Von Ludwig Eckhard wurde dann von der Gemeinde in 1903 ein Platz für einen Hochbehälter „Auf dem Gries“ zum Preis von 1,50 Mark/m² erworben. Von den Gemeindevertretern wurde am 22.05.1902 das „Projekt“ Wasserleitungen und Quellfassung der Firma Philippen übertragen. 1911 kaufte die Gemeinde zusätzlich Quellen unterm Heiligenberg und Langenwald von Meyfarth und Hocke für 500 Mark. [2]

 

Um den Wasserbedarf der Gensunger Bürger zu decken, hatte die Gemeinde am 9. Oktober 1969 einen neuen Hochbehälter an der Heiligenberg-Allee in Betrieb genommen. Er hat 360.000 DM gekostet.

 

 

Quelle: Das alte Gensungen – Häuser erzählen Geschichte – Rolf Fröhlich/Heinz Körner



Dieser Beitrag wurde eingestellt von: Elke Lück
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