Archiv Felsberg
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Braunkohlen-Zeche Heiligenberg

Braunkohlen-Zeche Heiligenberg

Das Gebiet um den Heiligenberg bei Gensungen hat über eine lange Zeit eine wichtige Rolle in der Bergbauregion von Nordhessen gespielt. Begonnen hatte der Braunkohlenbergbau in Nordhessen - er ist der älteste Deutschlands - in einer Urkunde vom 03. Dezember 1554, als die Zeche am Heiligenberg eine staatliche Konzession vom damaligen Landgrafen Phillipp I. erhielt. Fast 400 Jahre lang wurde unter dem Heiligenberg bei Gensungen Braunkohle abgebaut. Die Zeche wurde im Juni 1953 geschlossen und 120 Arbeiter verloren ihre Arbeit.

Die Mitarbeiter vom Stadtarchiv Felsberg haben die 400 jährige Geschichte der Braunkohlenzeche Heiligenberg durch Recherchen in den Hessischen Staatsarchiven aufgearbeitet. Aber auch ehemalige Arbeiter in der Zeche Heiligenberg haben als noch lebende Zeitzeugen wichtige und interessante Themen dazu beigetragen.

Die ältesten Akten, die man im Staatsarchiv Marburg finden konnten, stammen von 1798. Von 1811 stammen die ersten Lohnlisten.

Der erste ergibige Stollen stammt von 1897. Erfolgreicher wurde der Braunkohlenabbau aber erst mit der Auffahrt des Stollens an der Kreisstraße zwischen Gensungen und Heßlar - dem OSCAR-Stollen. Der nach dem früheren Chef der Firma Henschel & Sohn  „Oscar Robert Henschel“ benannte Stollen ist 1.400 m lang. Hier traf man auf vier Kohleflöze, von denen aber nur die Flöze 1 und 2 abgebaut werden konnten. Der Stollen ist komlett ausgemauert, elektrisch beleuchtet und es konnten kleine  Grubenbahnen auf Schienen fahren. Über Tage existierete bereits in 1890 eine 1.200 m lange Seilbahn, die die gewonnenen Kohle zur Verladestation an der Bahnlinie beförderte.

Auf vorhandenen Grubenrissen (Zeichnungen und Lagepläne) werden der Verlauf der Abbaustrecken  unter Tage nachgewiesen. Die Menge der geförderten Kohle war über lange Zeit recht bescheiden: Nach 1890 konnten aber bereits täglich 2,5 to Kohle gefördert werden und ab 1934 auf sogar 200 to pro Tag.

Der Staat, Privatleute, zeitweilig eine englische Gesellschaft, das Traditionsunternehmen Henschel und Sohn und zuletzt die Preußen Elektra betrieben den Bergbau am Heiligenberg.

Klaus Winter und Rolf Fröhlich schildern in interessanten Vorträgen die technischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhänge rund um den Braunkohlenbergbau am Heiligenberg. Die Mitarbeiter vom Stadtarchiv Felsberg haben die recherchierten  Unterlagen in einer umfassenden Dokumentation zum Braunkohlenbergwerk „Zeche Heiligenberg“ zusammengefasst. Die Broschüre kann zu einem Unkostenbeitrag von 15,75 € nach dem Vortag erworben werden.

 


Dieser Beitrag wurde eingestellt von: Elke Lück
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