Archiv Felsberg
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Mühle in Niedervorschütz - Forstmühle

Die Forstmühle liegt auf dem Grundstück mit der Flurbezeichnung "Kute", etwa 500 m nordöstlich von Niedervorschütz am rechten Ufer der Ems. Die Ersterwähnung der Forstmühle war im Jahre 1321.

Historische Namensformen:

  • vorstmule (1321) [Klosterarchive 2: Klöster, Stifter und Hospitäler der Stadt Kassel und Kloster Weißenstein, S. 542, Nr. 1459]
  • Worstmůle (1325) [Klosterarchive 6: Kloster Haina, Band 2, S. 154, Nr. 395]
  • Vorstmůle (1325) [Klosterarchive 6: Kloster Haina, Band 2, S. 154, Nr. 396]
  • Vorstmulen, in der (1359) [Demandt, Quellen Stadt Fritzlar, S. 404-405, Nr. 246]
  • Forst, vor dem (1368)
  • Forstmühl (1708/10) [Schleenstein, Landesaufnahme, Karte Nr. 6]

Einwohnerstatistik:

  • 1885: 1 Wohnhaus mit 14 Bewohnern
  • 1895: 1 Wohnhaus 1 mit 10 Bewohnern

Grundherrschaft und Grundbesitzer:

  • 1321 überträgt Guda, Witwe des Wernher gen. Lugelin, mit Zustimmung ihrer Söhne dem Kloster in Weißenstein in Kassel zum Testamente und Gedächtnis ihres Gatten 9 Schillinge weniger 3 Pfennige leichte Münze jährlichen Zins zu Martini von einer Mühle bei Gudensberg genannt Forstmühle.
  • 1325 verkaufen Konrad von Gudensberg, Bürger zu Kassel, und seine Ehefrau Elisabeth dem Kloster Haina ihre sämtlichen Güter im Dorf Langenvenne, vor der Stadt Gudensberg und in beiden Gemarkungen samt Rechten und Zubehör, ausgenommen einen Obstgarten vor Gudensberg und eine Wiese bei der Forstmühle
  • 1359: Beständer Tile Mulner
  • Die herrschaftliche Mühle war (1595-) 1764 an die Herren von Boineburg zur Altenburg zu Lehen gegebenen.

Das zum Betrieb erforderliche Wasser wird der Ems entnommen. Der Antrieb des Werkes erfolgt durch eine Turbine. Der Höhenunterschied beträgt 3,00 m und die nutzbare Kraft ungefähr 20 PS = 14,7 kW. Die Ölmühle wurde ungefähr 1882 außer Betrieb gesetzt. An der Ableitungsstelle liegt ein festes Überfallwehr von rund 7,85 m Breite mit einer beweglichen Grundschleuse. Das Niederschlagsgebiet beträgt für die Anlage 140,8 qkm. Der Betriebsobergraben ist 150 m und der -untergraben 40 m lang.

In 1972 wurde das Gelände umgestaltet in ein Freizeit- und Erholungspark, mit Kegelbahn, Restaurant und einen Campingplatz. Seit  .......... wurde es stillgelegt.

Literatur:

  • Scholz, Wasser- und Windmühlen im Schwalm-Eder-Kreis, S. 44
  • Historisches Ortslexikon Fritzlar-Homberg, S. 82 (jedoch Lokalisierung in die Gemarkung von Fritzlar)
  • Elfriede Iffert, Die Müller zu Niedervorschütz, Hessische Familienkunde Bd. 24 „Forstmühle, Schwalm-Eder-Kreis“, in: Historisches Ortslexikon <https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/ol/id/4896> (Stand: 28.4.2020)

Dieser Beitrag wurde eingestellt von: Elke Lück
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