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Seifenkistenrennen

Der Name Seifenkiste stammt aus den USA (englisch: Soap box). Der Name Seifenkiste, die Übersetzung von „Soap Box“, fiel dem amerikanischen Zeitungsphotographen Myron E. Scott von der Daily News in Dayton, Ohio, ein, als er Jugendliche 1933 beim Basteln von Kinderautomobilen fotografierte. Hierzu verwendeten sie hölzerne Verpackungskisten, in denen Firmen Seifenmittel und Käse an den Einzelhandel lieferten, aber auch ausrangierte Kinderwagen, Blechwannen und Ähnliches. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kam der amerikanische Seifenkisten-Sport nach Deutschland. Die ersten großen Seifenkisten-Rennen der Nachkriegszeit fanden in Deutschland im Jahre 1949 statt. Ausgangspunkt waren die Bemühungen der in Deutschland stationierten Truppen um eine der Jugend dienende Freizeitgestaltung. Die damals in Amerika in hoher Blüte stehenden Soap-Box Derbys waren Vorbild für die Wiedergeburt der deutschen Seifenkisten-Rennen.

Erst durch die Asphaltierung der Neuen Straße Anfang der 50er Jahre wurde sozusagen die AVUS von Nordhessen befahren. Die Seifenkistenrennen in der Neuen Straße von Gensungen fanden in den Jahren 1953 bis 1959 dort statt. Es wurden aber auch überregionale Meisterschaften zur Vorausscheidung der Deutschen Meisterschaft in Duisburg auf der Neuen Straße ausgetragen. In Startvorbereitung ist im Hintergrund das Haus Clobes zu erkennen.

Die einfache aber geniale Starteinrichtung funktioniert hier mit einem Klappmechanismus. Die Räder wurden von dem Automobilhersteller Opel gesponsert.  

Das Rennen zog immer wieder sehr viele Zuschauer an. Die älteren Seifenkisten hatten vorne eine drehbare Achse mit einem Seilzug zum Lenken. Modernere Exemplare hatten bereits ein Lenkrad. Zieleinlauf war an Hocken-Ecke (Karthäuser Straße / Mittelhöfer Straße) in einen Strohhaufen

Quelle: Vortrag im Stadtarchiv - „Stunde Null“ bis zum Wirtschaftswunder -


Dieser Beitrag wurde eingestellt von: Elke Lück
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